Unter dem Motto „Blühendes Friesland“ finden seit 2019 mehrere Pilotprojekte statt, mit dem Ziel, die Biodiversität im Landkreis Friesland zu erhalten und zu fördern. 
In einem ersten Schritt wurde ab 2020 die Pflege der Straßenränder des Landkreises Friesland und der Bienengemeinde Sande extensiviert. Aufgrund der darin gewonnenen positiven Erfahrungen wurde das Projekt im letzten Jahr auf die Städte und Gemeinden des Landkreises Friesland ausgeweitet. Siehe 1. „Förderung der Biodiversität an Straßen- und Wegrändern und auf öffentlichen Grünflächen“
Zusätzlich wurden im Jahr 2021 Gartenbesitzer mit der Mitmach-Aktion „1m² Garten für Frieslands natürliche Arten“ dazu eingeladen, Bereiche ihres Gartens einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Siehe 2. Mitmach-Aktion „1m² Garten für Frieslands natürliche Arten“.
Das diesjährige Projekt „Blühendes Gewerbe“ spricht in Kooperation mit der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, der Kreishandwerkerschaft Jade und der mobilen Umweltbildung, MOBILUM Gewerbebetriebe an. Es möchte sie dazu ermuntern, auf ihren oft großflächigen und ungestörten Flächen neben der Ansaat einer kleinen Blühfläche weitere Flächen wachsen und sie ihrer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Siehe 3. „Blühendes Gewerbe“.
Im Alltag ist es für uns kaum zu spüren, jedoch erleben wir derzeit einen fortlaufenden massiven Verlust unserer natürlichen Artenvielfalt: Pro Tag verschwinden weltweit 150 Tier- und Pflanzenarten von unserem Planeten. Diese besorgniserregende Entwicklung ist auch in Niedersachsen und Friesland zu beobachten:
- Die Hälfte unserer heimischen Pflanzen- und Tierarten sind in ihrem Bestand gefährdet.
- Auch die Zahl der Insektenindividuen verringerte und verringert sich kontinuierlich, in den letzten 30 Jahren um 80% auf heute 20%.
Was sind die Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung?
Eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung ist u.a. eine beständige Verarmung unserer Landschaft durch den Verlust vieler natürlicher Strukturen im Laufe der letzten rund 30 Jahre. - Ein schleichender Prozess, der daher bewusst kaum wahrnzunehmen ist. Im direkten Vergleich fällt jedoch auf, wie viele Hecken, Bäume, blühende Straßenränder, naturnahe Gärten und „wilde Ecken“ in letzter Zeit verschwunden sind.
Was ist das Ziel der Projekte?
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist es das Ziel der genannten Projekte, ein Netzwerk natürlicher Strukturen, bzw. ein Mosaik aus auch kleinräumigen, vielfältigen Biotopen zu entwickeln. Denn diese ungestörten Räume sind für die heimischen Pflanzen- und die von ihnen abhängigen Tierwelt unverzichtbare Lebensräume.
Was benötigen unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten für ihre Entwicklung?
Bienen, Hummeln und andere Wildbienen benötigen eine Vielzahl an Blüten, um ihren Nahrungsbedarf an Pollen und Nektar decken zu können.
Zusätzlich benötigen sie unscheinbare Pflanzen, verblühte Stängel und Blütenstände, Laub, etc., damit sich darin ihr Nachwuchs, meist vor unseren Augen verborgen, entwickeln kann: Raupen vieler Schmetterlingsarten sind auf Allerweltsarten wie die Brennnessel, den Spitzwegerich oder das Weidenröschen angewiesen. Das gleiche gilt für Wildbienenarten, die häufig auf eine einzige Pollenart spezialisiert sind, z.B. die der Weidenkätzchen oder des Hahnenfußes (Butterblume).
In ungestörten Flächen mit Grasbewuchs starten im Frühling zudem Grashüpfer als kleine Nymphen ins Leben und entwickeln sich dort bis zum „fertigen“, ausgewachsenen Grashüpfer. Viele weitere Insekten z.B. Laufkäfer entwickeln sich dort ebenfalls in Bodennähe.
Vom reichen Angebot an Samen und Insekten auf den naturnah entwickelten Flächen profitieren wiederum weitere Arten, z.B. eine Vielzahl an Vogelarten.
Bäume, Sträucher und unberührte Ecken bereichern diese Flächen zusätzlich: In Sträuchern und Bäumen bauen Vögel ihre Nester, in morschen Ästen befinden sich Fraßgänge von Käfern, in denen wiederum Wildbienen ihre Brutzellen anlegen können, in Laubhaufen, die zusammengekehrt den Winter über liegen bleiben, finden Igel Versteckmöglichkeiten um zu überwintern, usw.











































