Landkreis Friesland

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Wespen, Hornissen, Bienen & Hummeln

Allgemeine Informationen

Im Landkreis Friesland existiert seit dem Jahr 2001 die Betreuergruppe für Hautflügler. Die Gruppe befasst sich mit der Betreuung der Bevölkerung zum Thema Hornissen, Wespen, Bienen und Hummeln. Sie stehen, insbesondere im Frühsommer bzw. den Sommermonaten, den zahlreich anrufenden Bürgern mit Rat und Hilfe zur Seite.

Gruppenbild der Betreuergruppe für Hornissen & Wespen im Mai 2012Die Betreuergruppe des Landkreises Friesland© Landkreis Friesland

Um die Öffentlichkeitsarbeit weiter zu intensivieren, wurde zudem ein Faltblatt erstellt, welches den Bürgern weitere Informationen zum Thema Wespen und Hornissen liefern soll.

Das Faltblatt ist in gedruckter Form bei den Gemeindeverwaltungen und dem Landkreis Friesland erhältlich. Eine digitale Version finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Die Herausgabe wurde finanziell unterstützt durch die Umweltstiftung Weser-Ems.

Das Hornissenjahr

Das Hornissenjahr beginnt Anfang Mai, wenn die  jungen Königinnen des Vorjahres durch die steigenden Temperaturen aus Ihrem Winterschlaf geweckt werden. Nur etwa 10% haben den Winter überlebt. Nachdem die Königin ihren Kreislauf wieder in Schwung gebracht hat, begibt sie sich auf Nahrungssuche. Zwar ist sie dabei nicht besonders wählerisch, benötigt jedoch zwingend eiweißreiche Kost, um ihre Eierstöcke zu aktivieren. Danach macht sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Platz für den Nestbau. Da natürliche Baumhöhlen selten geworden sind, fällt die Wahl meist auf einen Vogelnistkasten oder aber Alternativen wie alte Schuppen, Hohlräume hinter Holzverkleidungen, Garagen oder ähnliches. Zu den Problemen später mehr.

Die  ersten 4-5 Wochen stellen die kritische Phase des Hornissenvolkes dar und die junge Königin ist einem enormem Stress ausgesetzt, denn sie übernimmt sowohl den Nestbau als auch das Eierlegen und die Fütterung der Larven. Stößt der Königin zu diesem Zeitpunkt irgendetwas zu, stirbt die gesamte Brut und das Volk geht zugrunde. Sobald die Königin jedoch genügend Arbeiterinnen herangezogen hat (Juni/Juli), ist die kritische Phase überwunden. Die Arbeiterinnen übernehmen nun den Nestbau, die Jagd und die Aufzucht der Larven, die Königin hingegen konzentriert sich einzig und allein auf das Eierlegen.

In den Monaten August bis September erreicht das Hornissenjahr seinen Höhepunkt. Das Volk kann nun bis zu 700 Tiere umfassen und das Nest eine beachtliche Größe erreichen. Der Nahrungsbedarf ist zu diesem Zeitpunkt gewaltig und kann bis zu 500g Eiweiß (in Form von Insekten) betragen. Wer Hornissen im Garten hat, wird daher nie ein Problem mit Wespen an der Kuchentafel haben.

Ab ca. Mitte August beginnt die Königin damit, abwechselnd sowohl befruchtete als auch unbefruchtete Eier zu legen. Daraus schlüpfen junge Königinnen (befruchtete Eier) und Drohnen (unbefruchtete Eier). Kurze Zeit später findet der sogenannte Hochzeitsflug statt, bei dem sich die Königinnen und die Drohnen paaren. Die verpaarten Königinnen suchen sich ein geeignetes Überwinterungsquartier. Die Drohnen haben ihre Aufgabe erfüllt und sterben kurz nach der Paarung.

Im Oktober fordert das anstrenge Jahr auch bei der „alten“ Königin seinen Tribut. Sie verlässt das Nest und stirbt. Auch die noch verbleibenden Arbeiterinnen sterben bis Anfang November. Das Hornissenjahr ist vorüber und beginnt im Mai des nächsten Jahres erneut.

Wie gefährlich sind Hornissen?

Noch immer hält sich der Aberglaube: Drei Stiche einer Hornisse töten einen Menschen, sieben ein Pferd. Zwar besitzen Hornissen, wie alle anderen Wespenarten auch, einen Giftstachel, dieser wird jedoch nur im äußersten Notfall zur Verteidigung eingesetzt. Hornissen verhalten sich sogar ruhiger und berechenbarer als z. B. Honigbienen. Denn: Wer Hornissen nicht stört und insbesondere Erschütterungen des Nestes, ein längeres Verstellen der Flugbahn oder ein Berühren der Tiere vermeidet, wird auch nicht gestochen! Hornissenstiche sind zudem nicht gefährlicher als die Giftinjektionen von Wespen, Hummeln oder Honigbienen. Das Bienengift hat sogar eine um den Faktor 1,7-15 höhere Wirksamkeit als das Gift der Hornisse.

Friedliches Zusammenleben mit einem Hornissen- oder Wespenvolk ist für viele Menschen, möglicherweise aus Unwissenheit, kaum vorstellbar. Noch immer werden Hornissenvölker beseitigt, sobald sie entdeckt werden. Viele von Kind an anerzogene Vorurteile gegenüber Hornissen haben mit dazu beigetragen, dass das größte staatenbildende Insekt Europas bundesweit in die „Rote Liste" der gefährdeten Arten aufgenommen werden musste.

Hornissen sind nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Wer Hornissen tötet oder deren Nester beseitigt, muss mit hohen Geldstrafen und ggf. einer Freiheitsstrafe rechnen.

Hilfe, ein Hornissen-bzw. Wespennest!

Befindet sich nun ein Nest der Hornisse oder der Deutschen oder der Gemeinen Wespe in unmittelbarer Hausnähe oder an anderen, häufig begangenen Stellen von Hof und Garten, beachten sie folgende Verhaltensregeln:

  • Im Abstand von 2-3 m vom Nest heftige Bewegungen und Bodenerschütterungen vermeiden und in dieser Zone die Flugbahn nicht verstellen.
  • Kleinkinder durch niedrige Absperrungen vom Nestbereich fernhalten.
  • Nicht mit Gegenständen in möglichen Einfluglöchern stochern.
  • Tiere im Nestbereich nicht anatmen.
  • Keinesfalls Insektenbekämpfungsmittel einsetzen.
  • In der Nähe von Häusern und Sitzplätzen evtl. Wespen durch Bretter oder Türen so zu ihrem Einflugloch lenken, dass unliebsame Begegnungen vermieden werden.
  • Bedenken Sie auch: Hornissenvölker sind einjährig. Das "Problem" löst sich daher ab Oktober/November meist von alleine.

Weitere Informationen

Bei Nestern in bedrohlicher Lage sollte zunächst von Fachleuten die Möglichkeit einer Umsiedlung geprüft werden.

Die Beratergruppe des Landkreises Friesland, die sich u.a. aus ehrenamtlich tätigen Imkern zusammensetzt, steht ihnen für die Beratung vor Ort und eine evtl. notwendig werdende Umsiedlung des Nestes zur Verfügung. Beseitigungen werden jedoch nicht durchgeführt. Die entsprechenden Telefonnummern finden Sie in der Infobroschüre des Landkreises Friesland.

Ausserdem ist die Liste der Berater bei der unteren Naturschutzbehörde, bei den Gemeinde- bzw. Stadtverwaltungen, dem RUZ in Schortens, der FTZ Friesland und den Polizeikommissariaten in Jever und Varel erhältlich.

Interessante Informationen zu Hornissen bekommen Sie auch unter www.hornissenschutz.de.

Hornissen vedienen unseren Respekt und benötigen unseren Schutz!

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